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Marcus Tullius Cicero

ÜBER DIE KUNST, EIN FREUND ZU SEIN

Alte Weisheiten für wahre Freundschaft

ÜBER DIE KUNST, EIN FREUND ZU SEIN

Alte Weisheiten für wahre Freundschaft

Marcus Tullius Cicero

Herausgegeben und mit einer Einleitung versehen von Philip Freeman

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

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1. Auflage 2019

© 2019 by Finanzbuch Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Nymphenburger Straße 86

D-80636 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

Copyright der Originalausgabe © 2018 by Philip Freeman

Die englische Originalausgabe erschien 2018 unter dem Titel How to be a Friend. An Ancient Guide to True Friendship bei Princeton University Press, 41 William Street, Princeton, New Jersey 08540. In the United Kingdom: Princeton University Press, 6 Oxford Street, Woodstock, Oxfordshire OX20 1 TR.

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Übersetzung aus dem Englischen: Nicole Hölsken

Redaktion: Friederike Thompson

Korrektorat: Dr. Manuela Kahle

Umschlaggestaltung: Marc-Torben Fischer

Umschlagfoto: © shutterstock.com

Satz: Carsten Klein, Torgau

Druck: GGP Media GmbH, Pößneck

eBook: ePubMATIC.com

ISBN Print 978-3-95972-186-8

ISBN E-Book (PDF) 978-3-96092-342-8

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-96092-343-5

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INHALT

EINLEITUNG

DE AMICITIA – ÜBER DIE FREUNDSCHAFT

De Amicitia

Über die Freundschaft

ANMERKUNGEN

BIBLIOGRAPHIE

EINLEITUNG

Der beste Freund des Marcus Tullius Cicero wurde Atticus genannt.

Sein tatsächlicher Name lautete Titus Pomponius, aber er nahm den Namen Atticus wegen seiner Liebe zu Griechenland und insbesondere zur Stadt Athen in der Region Attika an, wo er viele Jahre seines Erwachsenenlebens verbracht hatte. Er und Cicero wurden schon als junge Männer zu engen Freunden, eine Freundschaft, die während ihres langen Lebens Bestand hatte. Cicero ging ganz in der römischen Politik auf und verbrachte einen Großteil seiner Lebenszeit während des ersten Jahrhunderts vor Christus in dieser turbulenten Stadt, die eine Zeit ungeheurer Umbrüche und den Bürgerkrieg erlebte. Atticus hingegen beobachtete die römische Politik aus sicherer Entfernung. Aber obwohl er in Athen lebte, hielt er engen Kontakt mit den führenden Köpfen beider Seiten in Rom. Obwohl sie häufig getrennt waren, hatten Cicero und Atticus im Laufe der Jahre einen regen Briefverkehr, aus dem hervorgeht, wie sehr die Freunde einander zugetan waren.

Im Jahre 44 vor Christus war Cicero in den Sechzigern – nach römischen Maßstäben ein alter Mann – und lebte auf seinem Gut außerhalb von Rom. Durch die Diktatur Julius Caesars war ihm jegliche politische Macht genommen worden. Um den Schmerz des Exils und des kurz zuvor erfolgten Verlusts seiner geliebten Tochter zu lindern, wandte er sich der Schriftstellerei zu. Innerhalb weniger Monate brachte er einige der lesenswertesten und einflussreichsten Essays hervor, die jemals verfasst wurden. Die Themen umfassten eine ungeheure Bandbreite, angefangen von Aufsätzen über die Natur der Götter und über die angemessene Rolle der Regierung bis hin zu den Freuden des Alters und dem Geheimnis, wie man das Glück im Leben findet. Zu diesen Arbeiten gehörte auch ein kurzer Essay über die Freundschaft, den er Atticus widmete.

Über die Freundschaft – oder auf Lateinisch De Amicitia – ist zweifellos das beste Buch, das jemals zu diesem Thema geschrieben wurde. Der von Herzen kommende Rat ist ehrlich und auf eine Weise bewegend, wie wenige antike Werke es sind. Einige Römer betrachteten damals die Freundschaft vornehmlich auf praktischer Ebene, und zwar als eine Beziehung zwischen Menschen, die zum gegenseitigen Vorteil gereicht. Cicero bestreitet nicht, dass solche Freundschaften wichtig sind, aber seine Definition geht weit über das Nützliche hinaus. Er lobt eine tiefere Art von Freundschaft, in der zwei Menschen ineinander ein weiteres Selbst finden, das weder Profit noch Vorteil aus dem anderen ziehen will.

Griechische Philosophen wie Platon und Aristoteles hatten schon Hunderte von Jahren zuvor über die Freundschaft geschrieben. Tatsächlich wurde Cicero von ihren Schriften stark beeinflusst. Aber Cicero geht noch über seine Vorgänger hinaus und schafft in seinem kurzen Werk einen fesselnden Ratgeber, wie wir jene Menschen in unserem Leben finden, halten und wertschätzen, die wir nicht wegen dem an uns binden, was sie uns geben können, sondern weil wir mit ihnen seelenverwandt sind.

Der fiktionale Rahmen des Buches ist eine Diskussion, die viele Jahre zuvor, im Jahre 129 vor Christus stattfand, und zwar zwischen einem betagten römischen Feldherrn und Redner namens Gaius Laelius und seinen beiden jüngeren Schwiegersöhnen, Gaius Fannius und Quintus Mucius Scaevola. Laelius ist in Trauer, da er seinen besten Freund Scipio Africanus vor wenigen Tagen verloren hat. Die beiden jüngeren Männer bitten Laelius, ihnen zu berichten, was er und Scipio in ihrer gemeinsamen Lebenszeit über wahre Freundschaft gelernt haben – eine Bitte, der der ältere Mann nach anfänglichen Protesten nachkommt. Cicero sagt, dass Scaevola ihm selbst wiederum Jahrzehnte später enthüllte, was er an jenem Tag erfuhr. Cicero war der junge Mann, der in jener Zeit zu Füßen des Scaevola saß und von ihm lernte. Damals war Letzterer ein älterer Politiker und angesehener Anwalt. Cicero hält also für seinen Freund Atticus und all seine Leser im Laufe der Jahrhunderte die Worte des Laelius – die in Wahrheit Ciceros eigene Worte sind – über die Natur der Freundschaft fest.

Über die Freundschaft ist voller zeitloser Ratschläge über die Freundschaft. Sie lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

  1. Es gibt verschiedene Arten von Freundschaften: Cicero erkennt an, dass es viele gute Menschen gibt, mit denen wir im Leben in Kontakt kommen, und die wir als Freunde bezeichnen, ob es sich nun um Geschäftspartner, Nachbarn oder andere Bekanntschaften handelt. Aber er unterscheidet deutlich zwischen diesen verbreiteten und durchaus nützlichen Freundschaften und jenen seltenen Freunden, an die wir uns auf erheblich tieferer Ebene binden. Diese speziellen Freundschaften müssen selten sein, denn sie erfordern viel Zeit und Engagement unsererseits. Aber dies sind die Freunde, die unser Leben von Grund auf verändern, genau wie wir das ihre verändern.
  2. Nur tugendhafte Menschen können wahre Freunde sein: Menschen mit einem schlechten Charakter können nur Zweckfreundschaften führen, und zwar aus dem einfachen Grund, dass wahre Freundschaft Vertrauen, Weisheit und eine grundlegende Güte erfordert. Tyrannen und Schurken können einander benutzen, genau wie sie gute Menschen benutzen, aber schlechte Menschen können im Leben niemals eine wahre Freundschaft finden.
  3. Wir sollten unsere Freunde sorgfältig auswählen: Freundschaften sollten wohlüberlegt geschlossen werden, und wenn nur aus dem Grund, dass es sehr unerfreulich und schmerzhaft sein kann, wenn wir herausfinden, dass der Freund nicht der Mensch war, für den wir ihn hielten und wir die Freundschaft beenden müssen. Wir sollten uns Zeit lassen, uns langsam voranbewegen und entdecken, was tief im Herzen eines Menschen verborgen ist, bevor wir unser ganzes Selbst in die Freundschaft einbringen, wie wahre Freundschaft es erfordert.
  4. Freunde machen uns zu besseren Menschen: Niemand kann in Isolation gedeihen. Uns selbst überlassen stagnieren wir und können uns nicht als der Mensch sehen, der wir sind. Ein wahrer Freund wird uns herausfordern, damit wir ein besserer Mensch werden, weil er unser inneres Potenzial zu würdigen weiß.
  5. Man sollte neue Freundschaften schließen, sich die alten aber trotzdem erhalten: Niemand ist ein besserer Freund als jemand, der von Kindheit an an unserer Seite war. Aber dennoch sollten wir uns nicht ausschließlich auf unsere Jungendfreunde beschränken. Die Freundschaft zu ihnen fußt womöglich auf Interessen, die sie nicht länger teilen. Es gilt also, stets offen zu sein für neue Freundschaften, auch für solche mit jüngeren Menschen. Das ist oft eine Bereicherung für alle Beteiligten.
  6. Freunde sind ehrlich zueinander: Freunde sagen uns stets, was wir hören sollten und nicht, was wir hören wollen. Es gibt viele Menschen auf der Welt, die uns aus Eigennutz schmeicheln, aber nur ein wahrer Freund – oder ein Feind – riskiert unseren Zorn, indem er uns die Wahrheit sagt. Als tugendhafter Mensch sollten wir auf unsere Freunde hören und das, was sie uns zu sagen haben, willkommen heißen.
  7. Die Belohnung der Freundschaft ist die Freundschaft selbst: Cicero erkennt an, dass Freundschaften durchaus auch praktische Aspekte haben – Ratschlag, Kameradschaft, Unterstützung in schwierigen Zeiten – aber im Grunde ist wahre Freundschaft keine Geschäftsbeziehung. Sie strebt nicht nach Rückzahlung und rechnet Leistungen nicht gegeneinander auf.
  8. Ein Freund bittet einen anderen niemals darum, etwas Falsches zu tun: Ein Freund riskiert viel für den anderen, aber niemals die Ehre. Wenn ein Freund uns bittet zu lügen, zu betrügen oder etwas Unehrenhaftes zu tun, sollten wir intensiv darüber nachdenken, ob dieser Mensch tatsächlich derjenige ist, für den wir ihn gehalten haben. Da Freundschaft auf Güte basiert, kann sie nicht gedeihen, wenn etwas Verwerfliches von uns erwartet wird.
  9. Freundschaften können sich im Laufe der Zeit verändern: Freundschaften, die in der Jugend geschlossen wurden, sind im Alter nicht mehr die gleichen – und sollten es auch gar nicht sein. Das Leben verändert uns mit der Zeit alle, aber die Grundwerte und Eigenschaften, die uns vor vielen Jahren zu Freunden machten, können die Zeiten überdauern. Und wie ein guter Wein, so können sich auch die besten Freundschaften mit dem Alter verbessern.
  10. Ohne Freunde ist das Leben nicht lebenswert: Oder wie Cicero es formuliert: »Stellt Euch vor, ein Gott trüge Euch weit fort an einen Ort, an dem Ihr jegliche Fülle eines jeglichen Stoffes finden könntet, die den Naturbedürfnissen entsprechen, versagte Euch aber die Möglichkeit, jemals ein menschliches Wesen zu finden. Müsstet Ihr nicht hart wie Eisen sein, um ein solches Leben zu ertragen? Würde Euch in dieser Einsamkeit nicht jede Lebensfreude und jeder Genuss verloren gehen?«

Ciceros kleines Büchlein über die Freundschaft hatte in den darauffolgenden Jahrhunderten großen Einfluss auf andere Schriftsteller, angefangen vom Heiligen Augustinus bis hin zum italienischen Dichter Dante sowie auf viele andere. Es war eines der frühesten Bücher, die übersetzt und gedruckt wurden. Und auch heute hat es nichts an Wert eingebüßt. Im modernen Technologiezeitalter mit seiner erbarmungslosen Konzentration auf das Selbst, die kaum den Gedanken an tiefe und dauerhafte Freundschaften zulässt, hat uns Cicero mehr zu sagen denn je.

DE AMICITIA –

ÜBER DIE FREUNDSCHAFT

DE AMICITIA

1. Quintus Mucius augur multa narrare de Gaio Laelio socero suo memoriter et iucunde solebat, nec dubitare illum in omni sermone appellare sapientem. Ego autem a patre ita eram deductus ad Scaevolam sumpta virili toga, ut, quoad possem et liceret, a senis latere numquam discederem. Itaque multa ab eo prudenter disputata, multa etiam breviter et commode dicta memoriae mandabam, fierique studebam eius prudentia doctior. Quo mortuo me ad pontificem Scaevolam contuli, quem unum nostrae civitatis et ingenio et iustitia praestantissimum audeo dicere. Sed de hoc alias; nunc redeo ad augurem.

2. Cum saepe multa, tum memini domi in hemicyclio sedentem, ut solebat, cum et ego essem una et pauci admodum familiares, in eum sermonem illum incidere, qui tum fere multis erat in ore. Meministi enim profecto, Attice, et eo magis, quod Publio Sulpicio utebare multum, cum is tribunus plebis capitali odio a Quinto Pompeio qui tum erat consul dissideret, quocum coniunctissime et amantissime vixerat, quanta esset hominum vel admiratio vel querela.

3. Itaque tum Scaevola, cum in eam ipsam mentionem incidisset, exposuit nobis sermonem Laeli de amicitia, habitum ab illo secum et cum altero genero Gaio Fannio Marci filio, paucis diebus post mortem Africani. Eius disputationis sententias memoriae mandavi, quas hoc libro exposui arbitratu meo; quasi enim ipsos induxi loquentes, ne ›inquam‹ et ›inquit‹ saepius interponeretur, atque ut tamquam a praesentibus coram haberi sermo videretur.

4. Cum enim saepe mecum ageres, ut de amicitia scriberem aliquid, digna mihi res cum omnium cognitione tum nostra familiaritate visa est; itaque feci non invitus, ut prodessem multis rogatu tuo. Sed ut in Catone Maiore, qui est scriptus ad te de senectute, Catonem induxi senem disputantem, quia nulla videbatur aptior persona quae de illa aetate loqueretur quam eius qui et diutissime senex fuerit, et in ipsa senectute praeter ceteros floruisset; sic cum accepissemus a patribus maxime memo-rabilem Gai Laeli et Publi Scipionis familiaritatem fuisse, idonea mihi Laeli persona visa est quae de amicitia ea ipsa dissereret quae disputata ab eo meminisset Scaevola. Genus autem hoc sermonum positum in hominum veterum auctoritate et eorum illustrium, plus nescioquo pacto videtur habere gravitatis; itaque ipse mea legens sic afficior interdum ut Catonem, non me loqui existimem.

5. Sed ut tum ad senem senex de senectute, sic hoc libro ad amicum amicissimus scripsi de amicitia; tum est Cato locutus quo erat nemo fere senior temporibus illis, nemo prudentior; nunc Laelius et sapiens (sic enim est habitus) et amicitiae gloria excellens de amicitia loquetur. Tu velim a me animum parumper avertas, Laelium loqui ipsum putes. Gaeus Fannius et Quintus Mucius ad socerum veniunt post mortem Africani; ab his sermo oritur, respondet Laelius, cuius tota disputatio est de amicitia; quam legens te ipse cognosces.

6. Fannius: Sunt ista, Laeli; nec enim melior vir fuit Africano quisquam nec clarior. Sed existimare debes omnium oculos in te esse coniectos: unum te sapientem et appellant et existimant. Tribuebatur hoc modo M. Catoni, scimus L. Acilium apud patres nostros appellatum esse sapientem, sed uterque alio quodam modo: Acilius quia prudens esse in iure civili putabatur, Cato quia multarum rerum usum habebat. Multa eius et in senatu et in foro vel provisa prudenter vel acta constanter vel responsa acute ferebantur; propterea quasi cognomen iam habebat in senectute sapientis.

7. Te autem alio quodam modo, non solum natura et moribus, verum etiam studio et doctrina esse sapientem: nec sicut vulgus, sed ut eruditi solent appellare sapientem, qualem in reliqua Graecia neminem (nam qui Septem appellantur, eos qui ista subtilius quaerunt in numero sapientium non habent), Athenis unum accepimus, et eum quidem etiam Apollinis oraculo sapientissimum iudicatum: hanc esse in te sapientiam existimant, ut omnia tua in te posita esse ducas, humanosque casus virtute inferiores putes. Itaque ex me quaerunt, credo ex hoc item Scaevola, quonam pacto mortem Africani feras; eoque magis, quod proximis Nonis, cum in hortos D. Bruti auguris commentandi causa, ut adsolet, venissemus, tu non adfuisti, qui diligentissime semper illum diem et illud munus solitus esses obire.

8. Scaevola: Quaerunt quidem, Gai Laeli, multi, ut est a Fannio dictum. Sed ego id respondeo quod animum adverti, te dolorem quem acceperis cum summi viri tum amicissimi morte, ferre moderate; nec potuisse non commoveri, nec fuisse id humanitatis tuae. Quod autem Nonis in collegio nostro non adfuisses, valetudinem respondeo causae, non maestitiam fuisse.

Laelius: Recte tu quidem, Scaevola, et vere. Nec enim ab isto officio, quod semper usurpavi cum valerem, abduci incommodo meo debui, nec ullo casu arbitror hoc constanti homini posse contingere, ut ulla intermissio fiat officii.

9. Tu autem, Fanni, quod mihi tantum tribui dicis quantum ego nec adgnosco nec postulo, facis amice, sed ut mihi videris, non recte iudicas de Catone. Aut enim nemo, quod quidem magis credo, aut si quisquam, ille sapiens fuit. Quomodo, ut alia omittam, mortem filii tulit! Memineram Paulum, videram Galum; sed hi in pueris, Cato in perfecto et spectato viro.

10. Quam ob rem cave Catoni anteponas ne istum quidem ipsum quem Apollo, ut ais, sapientissimum iudicavit; huius enim facta, illius dicta laudantur.

De me autem (ut iam cum utroque vestrum loquar) sic habetote: Ego si Scipionis desiderio me moveri negem, quam id recte faciam viderint sapientes, sed certe mentiar. Moveor enim tali amico orbatus qualis, ut arbitror, nemo umquam erit; ut confirmare possum, nemo certe fuit. Sed non egeo medicina: me ipse consolor, et maxime illo solacio, quod eo errore careo quo amicorum decessu plerique angi solent. Nihil mali accidisse Scipioni puto: mihi accidit, si quid accidit. Suis autem incommodis graviter angi non amicum, sed se ipsum amantis est.